Rezepte aus der Oberlausitz

 

Bohnensalat nach Großmutters Art

Die Bohnen (Stangenbohnen) werden kurz gekocht und in kaltem Eiswasser abgeschreckt. Nach dem Abkühlen mit Rapsöl, fein gehackte Zwiebeln (2-3), Essig,  Ahornsirup oder Zucker, Salz, Pfeffer und Kräutern würzen – wie Bohnenkraut, Pfefferkraut, Petersilie. Wer mag kann auch noch kleine Gurkenviertel hinzugeben. Gut vermischen und etwa eine Stunde ziehen lassen. Dann servieren.

 

Buttermilchbroanz – eine Mehlspeise nach Großmutters Art

Die Zutaten: Buttermilch, Mehl, etwas Salz, Eier, Zucker, Butter

Zubereitung: Die Milch kurz aufkochen, aber nicht weiter kochen lassen. Dann das Mehl allmählich einquirlen (soviel bis es eine sämige Konsistenz erreicht), etwas „blubbern“ lassen (2-3 Minuten), dann eine Prise Salz dazu, je nach Menge 1-2 Eier (für 0,5 Liter Buttermilch 1 Ei), etwas Zucker und zum Schluss wird der „Pampe“ (wie sie umgangssprachlich genannt wird) etwas Butter hinzugeben, da sollte der Herd schon aus sein und das Broanz nicht mehr kochen.

 

Hering nach Großmutters Art

Zutaten: Salzhering, Milch, Zwiebeln, Äpfel, Salz, Öl, Essig und Zucker, Gewürzkörner, Eier, Mehl

Zubereitung: Der Salzhering wird etwa 1 Tag lang gewässert. Nicht zu lange aber auch nicht zu kurz (meine Lieblingsangabe)! Dann wird der Fisch filetiert und in Stücke geschnitten. In der Zwischenzeit wird die Marinade hergestellt, in die der Hering eingelegt wird. Milch (je nach Fischmenge), Zwiebeln und Äpfel rein, etwas Salz, etwas Sonnenblumen- oder Rapsöl, etwas Zucker und Essig (nach Geschmack würde ich hier kurz den süß-sauren Gehalt per Verkostung prüfen), ein paar Gewürzkörner rein, 1-2 Eier und erneut wird Mehl eingerührt bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Dann kommt der Fisch rein, durchziehen lassen. Meist wird die Speise am nächsten Mittag gereicht. Kurz vor dem Essen werden frische Kräuter gehackt und noch hinzugegeben: Dill, Petersilie, Basilikum oder Pfefferkraut, hier sind dem persönlichen Geschmack ebenfalls keine Grenzen gesetzt.

 

Teichlmauke nach Großmutters Art

Teichlmauke bedeutet so viel wie ein Kartoffelmus mit Brühe statt mit Milch oder Sahne.

Zutaten: Kochfleisch vom Rind, Wurzelgemüse (Porree, Möhren, Sellerie, Petersilie), 1 Zwiebel, Salz, Pfeffer, 2 Lorbeerblätter, 3 Gewürzkörner, 2 Pimentkörner,  2 Wacholderbeeren, etwas Zucker und heute gebe ich noch eine winzige Brise Curcuma hinzu.

Zubereitung: Fleisch waschen, das Wurzelgemüse sowie die Zwiebel säubern und in Stücke schneiden, alles in den Topf, dann das Fleisch darauf legen, würzen mit Salz, Pfeffer, Lorbeer, Gewürzkörnern, Pimentkörnern, Walcholderbeeren, 1 Brise und Zucker und einen Hauch Curcuma. Dann kommt Wasser darauf (sollte alles bedecken) und die Brühe wird gekocht.

In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen, in gleich große Stücke schneiden und mit Salz kochen. Wasser abgießen und mit der nun schon passierten Brühe stampfen. Das Rindfleisch in kleine Stücke schneiden und wieder in die restliche Brühe geben, etwas frisch gehackte Petersilie noch dazugeben. Dann die Teichlmauke auf den Teller, in die Mitte eine Vertiefung drücken (der kleine Teich = Teichl) und die Rundfleischbrühe einfüllen.

 

Pflaumenklöße nach Mutters Art

Im Herbst gehören in der Oberlausitz Pflaumenklöße auf den Tisch.

Zutaten (für 4 Personen): 6 große mehlige Kartoffeln, 1/4 Mehl, 1EL harter Weizengrieß, 1 Ei, Brise Salz, Muskat, Pfeffer, Pflaumen

Zubereitung: Die gekochten Kartoffeln reiben, die 3/4 der Kartoffeln aus der Schüssel nehmen, Mehl und 1 Löffel Grieß hinzugeben sowie 1 Ei (je nach Menge können es auch 2 Eier sein), alles vermengen, mit einer Brise Salz und wer mag etwas Muskat. Klöße formen und eine aufgeschnittene und entkernte Pflaume hinzu geben. Die Klöße bemehlen und in kochendes Wasser geben. Sobald sie aufsteigen bei kleiner Hitze für 20. Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit die restlichen Pflaumen in etwas Butter schwenken und beim Servieren über die Klöße geben. Mit Zucker und wer mag Zimt bestreuen. Guten Appetit.



Backrezepte

 

Im Frühjahr empfehle ich zur Vesper den Erdbeerkuchen der Region. Das Geheimnis meiner Tante heißt ganz schlicht Buttercreme. Die wird auf einem kalten Biskuit-, Mürbeteig- oder Tortenboden gestrichen, mit Erdbeeren belegt und etwas Gelee überzogen. Köstlich ist hier nicht das richtige Wort!

 


Buttercreme nach Tantes Art

Zutaten: 250g Butter, 100g Zucker, ¼ Liter Sahnepudding

Zubereitung: Butter und Zucker werden schaumig geschlagen, d.h. die Butter sollte mindestens Zimmertemperatur erreicht haben. Den Pudding kochen erkalten lassen und durch ein Sieb passieren. Etwas von der schaumigen Butter verrühren, danach die Masse mit der restliche Butter zur Buttercreme verrühren.

 

Quarkkuchen nach Mutters Art

Im Herbst empfehle einen Quarkkuchen. Meine Mutter bäckt ihn ohne Boden!

Zutaten: 6 Eier, 300g Zucker, 2 Zitronen, 1 kg Quark, 100g Grieß, 1 Packung Backpulver, 1 Esslöffel Mehl.

Die Eier, den Zucker und den Zitronensaft schaumig schlagen. Quark, Grieß, Backpulver und Mehl hinzugeben und unterschlagen. Bei Umluft und 180 Grad etwa eine Stunde backen. Fertig!

 

Bäbe nach Mutters Art

Bäbe oder Babe, heißt nichts anderes als Napf- oder Rührkuchen. Legendär früher per Hand aufgeschlagen. Unerreicht, wer wie ich, einen Mixer benutzt…

Zutaten: 200g Mehl, 150-200g Zucker, 1 Packung Backpulver, 1 Packung Vanillezucker, 4 Eier, 1/8 Liter Milch

Zubereitung: Mehl, Zucker und Backpulver mit einem Schneebesen verrühren, dazu ein Päckchen Vanillezucker und nun zwei Eier mit dem Mixer verquirlen, weitere zwei Eier dazu mixen und 1/8 Liter Milch dazumixen. In eine Form geben und bei 180 Grad für 30-60 Minuten backen.